Zimt – Eine geschmackvolle Machtdemonstration

von | Nov 23, 2017 | Historisches, Küchenallerlei | 0 Kommentare

Ein hocharomatisches und intensives Gewürz, dass in den europäischen Breiten zur Verarbeitung meist auf den Herbst und Weihnachten degradiert wird.

Zimt, veraltet auch Zimmet, ist ein Gewürz, dass aus der getrockneten Rinde des Zimtbaums hergestellt wird. Erhältlich ist Zimt in den Formen als gerollte Stange, braunes Pulver oder als Zimtblüte. In Feinkostläden heißt die Zimtstange auch gerne mal Kaneel und kostet damit dann auch gleich 2 Euro mehr.

Der Ursprung des Zimt war der echte Ceylon-Zimtbaum aus dem heutigen Sri Lanka. Dieser Baum wächst auch heute noch in Burma und Bangladesh. Heute beutet man hauptsächlich die chinesische Zimtkassie aus, die auch in Indonesien wächst. Zu den qualitativ besten Zimtsorten zählt der vietnamesische Zimt, der überwiegend in China und Japan benutzt wird.

Zimt ist ein sehr starker Aromaträger und lässt sich lange ohne Geruchs- und Geschmacksverlust lagern. Gerne werden Tees und Spirituosen mit Zimt aromatisiert. In der indischen und vorderasiatischen Küche findet er auch in Fleischgerichten Verwendung. Hier begegnet man Zimt fast nur in Lebkuchen, Glühwein und Zimtsternen. Ein etwas gehobeneres Restaurant lässt sich auch einmal zu einem Zimtparfait (Halbgefrorenes) herab. Aber auch mit Äpfeln, Birnen und Kirschen harmoniert der Zimt hervorragend.

Feines Mahl - Zimt - Markus Ertl

Die natürlichen Stoffe des Zimt sind noch nicht voll entschlüsselt, dennoch wurde und wird Zimt in der Heilkunde reichlich eingesetzt. Heute nimmt man an, dass der Zimt ein Wundermittel gegen Diabetes sei. Doch der Konjunktiv ist ernst gemeint.

Unbestätigten Gerüchten zu folge soll Zimt bereits in China als eines der ältesten Gewürze überhaupt 3000 v. Chr. erwähnt worden sein. Belegt ist, dass Zimt im 14. Jahrhundert nach Europa emigriert wurde. Die Monopolstellung auf den Handel mit Zimt, wie sollte es auch anders sein, lag bei den Portugiesen und Holländern.

„Im Europa des 16. bis 18. Jahrhundert galt Zimt als eines der teuersten Gewürze überhaupt”

Alles was knapp und selten ist, ist teuer. Diese marktwirtschaftliche Binsenweisheit traf auch auf den Zimt im Europa des 16. bis 18. Jahrhundert zu. In dieser Zeit galt Zimt als eines der teuersten und kostbarsten Gewürze überhaupt. In einem symbolischen Akt zur Demonstration seiner Macht und seines Reichtums, verbrannte Anton Fugger 1530 die Schuldscheine Karl des V. vor dessen Augen öffentlich in einem Feuer aus Zimtstangen. Für damalige Verhältnisse mehr als nur eine knackige Ohrfeige.

Auch Öl, das Zimtöl, lässt sich aus dem Zimtbaum gewinnen. Auf dieses sollte man aber während einer Schwangerschaft verzichten, da es stark Wehenfördernd ist.

Als gesundheitsschädlich gilt der billige Cassia-Zimt oder chinesischer Zimt. In diesen beiden Sorten ist der Wirkstoff Cumarin stark erhöht, was zu Leberschäden führen kann. Dumm nur, dass genau diese Zimtsorten meist in den Supermarktregalen stehen.

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