Vanille – Die teure Einzelgängerin

von | Nov 30, 2017 | Historisches, Küchenallerlei | 0 Kommentare

Schon lange bevor Christoph Kolumbus anfing die Landkarten dieser Welt zu erweitern und zu verändern, wuchs in Südostmexiko und Guatemala die Vanille. Diese zwei Länder sind heute, neben La Réunion und Madagaskar, die Haupthersteller von Vanille. Auch Indonesien mischt mittlerweile mit steigender Bedeutung im Vanillegeschäft mit.

Die Vanillepflanzen werden in Plantagen angebaut und sind botanisch gesehen Orchideen. Die Vanilleschoten sind streng genommen keine Schoten sondern Kapselfrüchte, die kurz vor der Reife gelbgrün geerntet werden. Zu diesem Zeitpunkt hat die Vanille jedoch noch lange nicht ihren typischen Geschmack.

„Je nach Ernte und Spekulationsblase schwankt der Preis dramatisch.”

Die nachfolgenden Verfahren bis zur Schwarzbräunung sind extrem Zeit- und Arbeitsintensiv, was die Vanille auch so teuer macht. Auch muss die Vanille in einem aufwändigem Prozess künstlich bestäubt werden, was die Angelegenheit nicht unbedingt günstiger macht. Der Preis für die Vanille unterliegt im Handel starken Schwankungen. Je nach Spekulationsblase und Ernte liegt der Kilopreis zwischen 40 und 500 Euro im Jahr 2017.

Im Geschmack scheiden sich Geister und Zungen. Die Europäer bevorzugen die harmonisch ausgeglichene Vanille aus Madagaskar und La Réunion, während die Amerikaner die weichere und süßlichere Vanille aus Mexiko bevorzugen.

Feines Mahl - Vanille

Weltweit größter Abnehmer von Vanille ist nach wie vor Coca Cola. Der Versuch, die echte Vanille durch synthetische zu ersetzen, scheiterte 1985 am Widerstand der Verbraucher kläglich.

Die synthetische Variante der Vanille, das Vanillin, lässt sich kostengünstig herstellen und ist ein Abfall- und Nebenprodukt, dass beim Holzaufschlussverfahren bei der Gewinnung von Papier und Zellulose anfällt. Die natürliche Vanille enthält jedoch mindestens 50 weitere Geruchsstoffe die das Gesamtaroma ausmachen. Die synthetische Vanille kommt hier also nicht ran, wird aber am meisten eingesetzt.

„Mayas und Azteken tranken gerne Kakao mit Vanille, um den bitteren Geschmack zu vertreiben”

Die Vanille ist ein klassischer Einzelgänger und harmoniert selten mit anderen Gewürzen. Mit Zimt und Anis hat die Vanille ein stillschweigendes Friedensabkommen, auch Chillies duldet sie so langsam argwöhnisch an ihrer Seite. Verwendet wird die Vanille hauptsächlich in Desserts und Süßspeisen. Die Mayas und Azteken tranken sie gerne mit Kakao, um den bitteren Geschmack zu kompensieren. Aufgrund ihres starken bis betörenden Geruchs, galt die Vanille in der Antike auch als starkes Aphrodisiakum.

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