Mülltauchen – Abtauchen in der Verschwendung

von | Okt 19, 2017 | Kritisches | 0 Kommentare

Gerne auch anglizistisch, damit es Hipster klingt, Containern oder Dumpstern genannt.

Nimmt man die Studie des WWF von 2015 als Maßstab, kommen wir auf einen jährlichen Verlust von Lebensmitteln, deren Zahlen rationell schon gar nicht mehr erfassbar sind. Weltweit die unfassbare Zahl von 1,3 Mrd. Tonnen Lebensmittel, die nicht verwertet werden, davon alleine in Deutschland 18 Mio. Tonnen, die in der Tonne landen. Darauf entfallen ca. 8 Mio. Tonnen als unvermeidbar zu Buche. Bleibt ein Verlust an verwertbaren Nahrungsmitteln in Deutschland pro Tag über 27.000 Tonnen. Also 1127 Tonnen pro Stunde, 19 Tonnen pro Minute oder 313 Kilo pro Sekunde. Dieses ist eine Resourcenverschwendung, die Generationen nach uns nicht mehr tragen können.

Feines Mahl Mülltauchen

Laut der Studie des WWF entfallen ca. 7% der vermeidbaren Verluste an Lebensmitteln auf Groß- und Einzelhandel. Ein Großteil bezieht sich hier auf Getreide- und Milcherzeugnisse als auch auf Obstwaren. Bis jetzt ist es leider nur beim Überdenken der Kennzeichnungspflicht für das Mindesthaltbarkeitsdatum geblieben. Somit wird täglich in Supermärkten und Discountern eigentlich einwandfreie Ware entsorgt. Das ergibt keinen Sinn! Dafür gibt es dann die kleine Gruppe der Mülltaucher, die diesem Wahnsinn, wenn auch eher symbolisch, entgegen tritt. Mülltauchen ist längst zu einem Politikum geworden. Auch gab es eine Petition, Containern straffrei zu stellen. Bisherige Verfahren gegen Mülltaucher wurden eingestellt, da kein besonderes öffentliches Interesse an der Strafverfolgung bestand. Auch interessant ein Zitat eines Sprechers der Staatsanwaltschaft Basel:

„ Was weggeworfen wird und nicht für dritte bestimmt ist, gehört niemandem mehr. Wenn man nicht über einen Zaun steigen oder ein Schloss aufbrechen muss, um an die Ware heranzukommen, dann ist gegen das Containern nichts einzuwenden.”

Quelle: Wikipedia

In Deutschland wäre höchstens eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch fällig. Doch auch wenn das Containern auf rechtlich sehr schwachen Beinen steht, ist es dennoch ein durchaus anerkennenswerter Beitrag einiger weniger, dem recht leichtsinnigen Umgang mit Lebensmitteln entgegen zu treten.

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