Hering – Fett und Geschichtsträchtig

von | Sep 28, 2017 | Küchenallerlei | 2 Kommentare

Wegen seiner vielfältigen Verarbeitungsmöglichkeit, ist der kleine Hering ein ganz großer unter den Speisefischen. Was jedoch seine natürliche Wachstumsgröße angeht, da gehen die Meinungen auseinander. Je nach Informationsquelle erreicht der Hering Größen zwischen 30 und 75 cm, alles andere darüber wäre reines Anglerlatein. Der perfekte Mittelweg, da in dieser Größe meist abgefischt, liegt bei 25 cm. Ein Fall also, bei dem Kompromissbereitschaft gefragt ist.

Der Hering ist ein schuppiger Schwarmfisch, der mit seinen ebenso schmackhaften Artgenossen Sardine, Sprotte und Sardelle verwandt ist. Der Hering steht in der Nahrungsmittelkette ziemlich weit unten, und hat somit reichlich schlechte Karten ein langes und erfülltes Leben zu leben. Als Schwarmfisch unterliegt der Hering dem Gruppenzwang. Außerhalb ihres Schwarms reagieren Ausreißer panisch und orientierungslos.

Der Hering deckt fast alle Farbfacetten ab, ist aber in der Hauptfarbe silbrig. Die Schwärme sind so groß, dass sie aus der Luft mit bloßem Auge erkennbar sind.

Feines Mahl -Hering

Die Hauptfangzeit des Nordseeherings ist von Juni bis August. In dieser Zeit erwärmt sich das Wasser und die Hauptnahrung, das Plankton, ist im Überfluss vorhanden. In dieser Zeit setzt der Hering am meisten Fett an und bildet nun Milch und Rogen aus. Mit Schleppnetzen abgefischt, kommt der Hering dann in den Handel.

Aufgrund seines hohen Fettgehalts eignet sich der Hering bestens zum Räuchern und Grillen. Am bekanntesten dürfte der „Matjes nach Hausfrauenart“ sein, wo der Hering eine innige Freundschaft mit Zwiebeln, Gewürzgurken und Äpfeln sowie Mayonnaise eingeht. Aber auch als Heringstatar lässt der Hering den Speichelfluss im Gaumen erhöhen.

„Beamtenlachs und Knastforelle. Der Hering ist sich für keine Gesellschaftsschicht zu schade.”

Durch sein überschüssiges Vorkommen ist der Hering recht günstig, was ihm in der Vergangenheit die wenig schmeichelhaften Beinamen wie Beamtenlachs oder Knastforelle eingebracht hatte. Der heute noch durchaus gängige Name „Bismarck-Hering“ war ein klassischer Marketing-Gag. Übergewichtig wie der Reichskanzler nun einmal war, wurde er von seinem Leibarzt auf eine Herings-Diät gesetzt. Ein pfiffiger Stralsunder Fischkonserven-Fabrikant bekam Wind von der Sache und „sponserte“ kurzerhand ein Faß sauer eingelegter Heringe, jedoch mit der Auflage, seine Heringe zukünftig als Bismarck-Heringe vertreiben zu können. Und so schrieb der Hering Geschichte.

Werbepartner

Hier werben?

Werbung

Neuigkeiten & Infos
Zur Newsletteranmeldung - Button
Folge uns auf
Man findet uns auch auf
Werbepartner

WP Facebook Auto Publish Powered By : XYZScripts.com