Body Mass Index (BMI) – Der ganz reale Unsinn

von | Aug 4, 2017 | Kritisches | 0 Kommentare

Für Freunde des Mittelalters und des subtilen hochwissenschaftlichen Humors, hält der Body Mass Index (BMI) ein ganz besonderes Kabinettstückchen vor.

Im Jahr 1832 entwickelte Adolphe Quetelet eine rein mathematische Formel zur statistischen Erhebung der Fettleibigkeit der Bevölkerung. Nach dem ersten Weltkrieg verfeinerte der Mathematiker Ignatz Kaup diese Formel und der Body Mass Index war geboren. Wir halten uns also vor Augen, dass nicht etwa zwei geniale Ärzte, Biologen, Anatome, Ernährungswissenschaftler etc. diese Formel entwickelten, sondern Mathematiker, die einen rein statistischen Wert ermitteln wollten (Zensus). Dieses bedeutet im Umkehrschluss auch, dass diese Formel bis heute nicht verändert und/oder angepasst wurde. Dem entsprechend findet auch keine Bewertung des Körpergewichts im Zusammenhang zur Körperoberfläche statt, womit wir die erste und alles andere als zu vernachlässigende Irreführung in der Ergebnisfindung hätten. Diese hochwissenschaftliche altertümliche Formel (BMI) degradiert sich damit zu einem groben Richtwert, da des weiteren keine Berücksichtigung von Körperstruktur, Knochendichte, Geschlecht sowie die individuelle Zusammensetzung der Körpermasse aus Fett- oder Muskelgewebe statt findet.

Feines Mahl - BMI Hamburgerbild

Eine Tatsache der man durchaus ins Auge schauen muss ist, dass die Damen der Schöpfung ihre Fettpolster bevorzugt in Gesäßbacken und den Oberschenkeln ablegen, während der Mann diese gerne um die Hüfte herum drapiert. Dennoch hat die WHO den Body Mass Index Mitte der fünfziger Jahre anerkannt und als Bewertungsstandart gesetzt. Somit ist bis heute der BMI unter anderem in Nordrhein Westfalen und Baden Württemberg ein Kriterium zur Verbeamtung im öffentlichen Dienst. Streng genommen müsste nach dieser diabolischen diagnostischen Allzweckwaffe des medizinischen Historismus jeder Spitzensportler sofort seinen Ernährungsberater aufsuchen, der ihn dann zwangsläufig auf Leitungswasser und Eisbergsalat setzen müsste. Die meisten Sportler haben von Natur aus ein Anatomisches Übergewicht, da sie über wenig Körperfett aber durchschnittlich viel Muskelmasse verfügen. Nicht genug von diesem Blödsinn, gibt es auch noch eine Korrekturtabelle für Menschen mit amputierten Gliedmaßen. Fehlen ihnen, aus welchem Grund auch immer, zwei Beine, so sind sie trotzdem der gelackmeierte.

Sonderbarer Weise hat es die WHO geschafft, wegen erwiesenen Schwachsinns, die Konstitutionsmedizin aus ihrem doch manchmal sehr sonderbaren Gesundheitskatalog zu nehmen. Um so mehr hält sie an dem Body Mass Index fest, der schon fast an militante Dummheit erinnert. Die Berechnung des BMI zur Feststellung von Fettleibigkeit ist so sinnvoll wie

„…aus dem Verhältnis von Schädelumfang zu Stirnhöhe den IQ und das Honorar von Medizinjournalisten zu ermitteln. Würde ein Metzger bei seinem Schlachtschwein den BMI bestimmen um den Fettgehalt der Schnitzel zu ermitteln, würde er sofort gefeuert, und das zu recht.”

(Pollmer – Lexikon der Ernährungsirrtümer)

Doch hinter diesen drei harmlos wirkenden Buchstaben BMI steckt ein Milliardengeschäft. Ganze Branchen wie Verlage (Ernährungsratgeber), Versicherungen (Lebensversicherungen, Zusatzversicherungen), Sportartikelhersteller, Ärzte (IGeL-Leistungen), die Ernährungsindustrie und natürlich allen voran die Werbeindustrie, die uns täglich suggeriert was wir Essen sollen, reiben sich tagtäglich aufs neue die Hände und bekommen feuchte Augen vor Glück beim Blick auf die Bilanzen. Und der Konsument frisst und schluckt alles. Und solange das bleibt, wird uns diese mittelalterliche Posse auch noch lange erhalten bleiben.

Werbepartner

Hier werben?

Werbung

Neuigkeiten & Infos
Zur Newsletteranmeldung - Button
Folge uns auf
Man findet uns auch auf
Werbepartner

Facebook Auto Publish Powered By : XYZScripts.com
Share This